"Ich nehme Grün hinzu, als Stütze fürs Gelb. Ölkreidenspuren, verwische Gelb und Grün - doch es wird zu laut, zu schreiend, ich muss an die „Prinzessin“ denken. Manches hab ich mit Malerkrepp geklebt, manche Risse repariert. Es hat sich wie eine Pflege angefühlt, ich kümmere mich, wohlwollend. Geblieben ist auch das Gefühl, dass „Prinzessin“ nun anders klingt: selbstbestimmter, positiver.
Bin ich halt eine gelbe Prinzessin.“
Kinder tun sich oft noch leicht - sie machen einfach. Probieren aus. Malen, Gestalten, Gatschen mit Hingabe. Das Flow-Erlebnis direkt erreichbar. Bei mir war das genau so: im Malen und Zeichnen hab ich Beruhigung und Kontemplation gefunden. Später war immer ein Skizzenbuch zur Hand, um Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten. Immer noch berührt mich zutiefst, welche Kraft in der Kunst liegt - im Betrachten einerseits und im eigenen kreativen Gestalten ebenso.
Der Schritt zur Kunsttherapie war für mich ein spontaner, für mein Umfeld aber nicht weiter überraschend. Verschiedene Fäden meines Lebensweges sind hier
zusammengelaufen.
Jetzt webe ich aus der unterschiedlich bunten Wolle einen neuen Stoff für eine neue Aufgabe. Bastelliebe trifft Bildpoesie trifft Anthropologie trifft Kunsttherapie.
"Nass-in-Nass. Alles fließt, es gibt keinen Halt mehr, aber auch kein Zurückhalten, kein Bremsen, keine Einschränkungen. Sanftheit und Freiheit (mit der man umgehen lernen muss), Gedanken dürfen zerrinnen, Unendlichkeit - ruhig und still - Kraft ohne Gewalt. Das Papier saugt auf und geht über sich hinaus, quillt über und auf und man verliert sich."
2024 habe ich an der Wiener Schule für Kunsttherapie das Basismodul begonnen und befinde mich seit 2026 im Diplommodul der Ausbildung. Seitdem komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. All die Erkenntnisse, die in einer kunsttherapeutischen Begleitung erfahrbar werden. All die Möglichkeiten, die sich durch einen kreativen Prozess und die Besprechung einer Gestaltung eröffnen können. Das In-Berührung-kommen mit Aspekten des eigenen Selbst, die auf rein verbaler Ebene nur schwer greifbar sind. Die immense Kraft des gestalterischen Ausdrucks.
Momentan bin ich in Ausbildung zur diplomierten Kunsttherapeutin mit klinischer Erfahrung unter Supervision und absolviere 2026 und 2027 diverse Praktika im Bereich des Kreativtrainings, der kunsttherapeutischen Begleitetung und der Hospitation in psychiatrischen Einrichtungen.
"Intuitiv forme ich Dinge, die mir zunächst unbekannt sind, und mache sie zu Teilen von mir, mit sanfter, detailverliebter Aufmerksamkeit. Kein Hudeln, keine zu starke Krafteinwirkung, die Bodenhaftung darf nicht verloren gehen. Das Ding verändert sich - übe ich Druck auf der einen Seite aus, verändert sich auch auf der anderen Seite etwas. Jede Einwirkung verändert das Ganze, ich kann mit jeder Veränderung weiterarbeiten und Neues erschaffen: Chamäleon, Schmetterling, Tentakel, Aussichtsturm, Schale mit Kugel, Koralle. Ich bin nie fertig."
Im kunsttherapeutischen Setting sind wir (mindestens) zu dritt:
die/der Klient:in, die/der Therapeut:in und die Kunst.
Die Kunst sehe ich hier nicht als reines Hilfswerkzeug, sie ist wichtiger Bestandteil unseres Prozesses und darf sein, was und wie sie ist.
Anhand der Gestaltung gehen wir gemeinsam Schritte des Erkennens und Verstehens. Der kreative Prozess hilft uns dabei, Gefühle darzustellen und Gedanken an die Oberfläche zu bringen. (Es gibt keinerlei Vorgaben, wie diese Prozesse auszusehen haben, Talent ist hier kein Maßstab.)
Als Therapeutin begleite ich - frei von Urteil, Erwartung oder Deutungshoheit und biete meine Unterstützung an, wenn sie gebraucht wird.
Eine kunsttherapeutische Einheit dauert 50 min | bei mir im Atelier (Kendlerstr. 25/6) | 2026: pay as you wish
Im Entstehen ist auch eine kunsttherapeutische Gruppe (max. 5 TN, ca. 6 Termine).
Bei Interesse schreibt mir ein Mail!
"Ein unrundes Dreieck.
Meine ungeformten Reste.
Manchmal ist es nicht mehr und noch nicht."